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Fragen, Tipps und Hinweise

Der Versuch einer Antwort...

Immer wieder stellen sich die gleichen, grundlegenden Fragen, ob und wie man mit der Bienenhaltung beginnen möchte. Hier der Versuch, ein paar grundlegende Fragen zu beantworten. Weitere Möglichkeiten gibt es im Rahmen des Einführungstages unseres Anfängerkurses.

Altmaennerhobby,

Ausruestung - gebraucht?,

Ausruestung - was?,

Ausruestung - woher?,

Honig - Imkerbund-Einheitsglas,

Honigverkauf,

Imkerverein,

Standplatz,

Anmeldung als Tierhalter beim Veterinäramt

Zeitaufwand,

Altmaennerhobby

Ist Bienenhaltung nicht ein Hobby von alten Männern? Auf den Bildern vom Imkerverein sehe ich immer nur alte Männer...

Es ist wahr, dass die Imkervereine bis vor ein paar Jahren stark überalterten. Durch die intensive Nachwuchsarbeit ist es aber mittlerweile so, dass im Rahmen der Anfängerkurse zahlreiche junge Leute Mitglied im Imkerverein geworden sind. Sie werden auf Gleichgesinnte aller Altersgruppen treffen, wenn Sie zu unseren Monatsversammlungen kommen.

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Ausruestung - gebraucht?

Ich kann 'günstig' das Material eines alten Imkers übernehmen. Ist das empfehlenswert?

Sollten Sie die Ausrüstung einer alten Imkerei geerbt haben oder möchte Ihnen ein Imker, der die Imkerei aus altersgründen aufgibt, etwas Gutes tun und Ihnen die Ausrüstung schenken, ist Vorsicht angebracht:

Das gutgemeinte Angebot oder die günstige Gelegenheit entpuppt sich häufig im Nachhinein als fataler Fehler. Insbesondere müssen Sie klären, in welchem Rähmchenmaß der Imker bisher geimkert hat, und um was für Beuten es sich handelt. Den Bienen ist es völlig gleichgültig, welche Größe die Waben haben, auf denen sie sitzen und auch, wie der Kasten geformt und aufgebaut ist. Aber Ihnen sollte es nicht egal sein. Denn davon hängt entscheidend ab, wie viel Arbeit Sie mit den Bienen haben und ob die einzelnen Arbeitsschritte leicht oder umständlich ausgeführt werden können.

Was genau dahinter steckt, ist Gegenstand des Einführungstages des Anfängerkurses.

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Ausruestung - was?

Welche Ausrüstung benötige ich, um mit der Bienenhaltung anfangen zu können?

Zu Beginn der Imkerei ist eine gewisse Basisausstattung erforderlich, ohne die es 'einfach nicht geht'. Neben den Bienen und der Beute sind dies pro Volk ca. 20 Mittelwände, ein Stockmeißel, ein Bienenbesen und ein Raucher. Je nach persönlichem Bedarf können noch ein Schutzschleier und Handschuhe hinzukommen. Für die Honigernte sind dann noch weitere Gerätschaften erforderlich, so z.B. eine Honigschleuder, eine Ausrüstung zum Entdeckeln der Waben sowie Gerätschaften zur Verarbeitung des Honigs. Gerade für Kleinst- und Kleinimkereien lohnt sich die Anschaffung dieser Gerätschaften zunächst nicht. Hier hilft der gute Kontakt zu Nachbar-Imkern weiter. Ein Imkerpate lässt Sie sicherlich auch Ihre Waben bei sich ausschleudern. Auch sollten Sie vor der Anschaffung der ersten Bienen geklärt haben, wo sie das Bienenvolk aufstellen wollen und können.

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Ausruestung - woher?

Wo bekomme ich meine Ausrüstung her?

Für die Ausrüstung gibt es zahlreiche Bezugsmöglichkeiten. So sind in den Bienenfachzeitschriften regelmäßig Anzeigen aller namhaften Hersteller von Imkereiausrüstung enthalten. Auch in der Nähe von Stuttgart gibt es mehrere Hersteller und Händler von Ausrüstungsgegenständen aller Art.

Im Rahmen der Kurse arbeiten wir mit einem Hersteller von Beuten und Händler von Imkereibedarf zusammen, der zu den jeweiligen Kursterminen einen mobilen Verkaufsraum aufbaut. Dort können alle benötigten Ausrüstungsgegenstände bezogen werden.

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Honig - Imkerbund-Einheitsglas

Muss ich meinen Honig in das Glas des Deutschen Imkerbundes mit Gewährverschluss abfüllen?

Nein, das müssen Sie nicht. Der Deutsche Imkerbund hat jedoch zur Sicherstellung der hohen Qualität des deutschen Honigs eigene Richtlinien erlassen, die bezüglich grundlegender Qualitätsparameter strenger sind als die Honigverordnung. Dies soll dem Verbraucher eine höhere Qualität durch das Imkerbunds-Glas signalisieren. Voraussetzung für die Abfüllung des Honigs in die 'Einheitsgläser' des Imkerbundes ist auf jeden Fall die Teilnahme an einem 'Honigkurs', den Sie im Schulungsprogramm des Landesverbandes Württembergischer Imker finden.

Sie können den Honig selbstverständlich auch in andere Gläser mit eigenem Etikett abfüllen, sofern Sie die einschlägigen Deklarationsbestimmungen beachten (u.a. Abfüller, Charge, Herkunft des Honigs, Sortenbezeichnungen etc.).

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Honigverkauf

Was muss ich beim Verkauf meines Honigs beachten?

Sofern Sie den Honig, den Sie von Ihren eigenen Völkern ernten, verkaufen wollen, bringen Sie ein Lebensmittel in Verkehr. Hierfür gelten verschiedene Rechtsvorschriften, insbesondere die Honigverordnung, die u.a. den zulässigen Wassergehalt des Honigs regelt. Ferner müssen grundlegende hygienische Anforderungen und eine ausreichende und richtige Deklaration des Honigs gewährleistet werden. Vor einem Verkauf Ihrer Produkte empfiehlt es sich daher unbedingt, einen 'Honigkurs' - eine eintägige Schulungsveranstaltung des Landesverbandes Württembergischer Imker, zu besuchen.

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Imkerverein

Muss ich Mitglied im Imkerverein werden?

Die Mitgliedschaft in einem Imkerverein ist keine Pflicht, sollten Sie aber auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Durch die Mitgliedschaft im Imkerverein erhalten Sie die 'Bienenpflege', die Verbandszeitschrift des Landesverbandes Württembergischer Imker mit aktuellen Informationen zugesandt. Ferner ist im Mitgliedsbeitrag die Tierhalterhaftpflicht und eine Diebstahlsversicherung für Ihre Bienen eingeschlossen.

Bei den regelmäßigen Veranstaltungen Ihres Imkervereins haben Sie auch immer die Gelegenheit Fragen zu stellen und Ansprechpartner für Ihre Probleme zu finden.

Mitglied werden sollten Sie im örtlich ansässigen Imkerverein.

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Standplatz

Wo kann ich meine Bienen aufstellen?

Oft wird die Frage nach 'günstigen' oder 'ungünstigen' Standorten gestellt. Zwar kann man aus der Wahl des geeigneten Standortes eine wahre Philosophie machen. Doch Bienen kommen mit ziemlich vielen unterschiedlichen Standorten zurecht. Sofern Sie in der glücklichen Lage sind, ein eigenes oder gepachtetes 'Stückle' zu besitzen, sollten Sie die Bienenhaltung auf jeden Fall mit den Nachbarn ansprechen, um Nachbarschaftskonflikte von vorneherein zu vermeiden. Wenn Sie kein eigenes Grundstück zur Verfügung haben, sind viele Grundbesitzer nach freundlichen Anfragen bereit, Ihnen das Aufstellen von Bienenstöcken auf ihren Grundstücken zu gestatten. Wenn Sie die Wahlmöglichkeiten haben, sollten Sie nach Möglichkeit eine gute Zugangsmöglichkeit und eine gewisse 'Heimatnähe' bevorzugen, um öfters bei ihren 'Lieblingen' vorbeischauen zu können.

Das Aufstellen von Bienen sollten Sie auf jeden Fall beim örtlich zuständigen Bienenseuchensachverständigen anmelden.
Außerdem sind Sie gesetzlich verpflichtet, sich als Tierhalter beim örtlichen Veterinäramt anzumelden. Weitere Informationen finden sie demnächst hier.

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Anmeldung als Tierhalter beim Veterinäramt

Als Bienenhalter sind Sie gesetzlich verpflichtet, sich zu Beginn Ihrer Tätigkeit beim örtlichen Veterinäramt anzumelden (§ 1a der Bienenseuchen-Verordnung). Diese Anmeldung müssen Sie selber vornehmen, sie erfolgt nicht über den Verein. Die Anmeldung dient dem Schutz Ihrer Bienen und dem Schutz der Bienen in der Nachbarschaft zu Ihren Bienen. Zweck ist es, dass z.B. im Falle von Seuchen Sie als Bienenhalter direkt von staatlicher Seite aus kontaktiert werden können. Als Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie ein Schreiben des Veterinäramts mit einer amtlichen Registrierungsnummer.

Zuständiges Veterinäramt
In jedem Landkreis gibt es ein Veterinäramt. Zuständig ist das Veterinäramt, in dessen Landkreis sich der Hauptstandort (Überwinterungsstandort) Ihrer Bienenvölker befindet. Ihr Wohnort ist nicht relevant.
Zur Übersicht der Veterinärämter in Baden-Württemberg.

Tierhalterantrag offline
In der Regel bekommen Sie nach telefonischer Kontaktaufnahme den Tierhalterantrag zugeschickt. Klären Sie bitte mit Ihrem Veterinäramt, ob Sie den Tierhalterantrag ausgefüllt per Post zurückschicken können oder persönlich abgeben müssen.

Tierhalterantrag online
Hier können Sie einen aktuellen Tierhalterantrag downloaden. Dieser ist für alle Landkreise in Baden-Württemberg gültig. Bitte füllen Sie ihn sorgfältig aus und geben Sie ihn bei Ihrem zuständigen Veterinäramt ab oder schicken Sie den Antrag an das zuständige Veterinäramt zurück. Die richtige Adresse finden Sie hier.

Weitere Vorteile der Registrierung
Mit der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine amtliche Regisrierungsnummer. Diese benötigen Sie, wenn Sie einen Antrag auf Erstattung der Kosten für den Erwerb von Ameisensäure in Arzneimittelqualität einreichen wollen.

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Zeitaufwand

Mit welchem Zeitaufwand muss ich für die Bienenhaltung rechnen?

Der Aufwand für die Betreuung eines einzelnen Bienenvolkes lässt sich nicht allgemeingültig angeben. Profis mit umfangreicher Erfahrung benötigen im Laufe des Jahres nur einen Aufwand von wenigen Stunden je Volk für die tatsächlichen imkerlichen Eingriffe. Hier sind die Fahrzeit zum Bienenstand sowie vor- und nachbereitende Tätigkeiten nicht eingerechnet, also das Schleudern des Honigs, die Vorbereitung der Mittelwände, die Verarbeitung anfallenden Bienenwachses etc.

Gerade in der Anfangsphase werden Sie jedoch deutlich längere Zeiträume benötigen, einfach um die Bienen zu beobachten und die Abläufe im Bienenvolk nachzuvollziehen und zu verstehen. Und nicht zuletzt zieht einen die Faszination der Vorgänge im Bienenvolk zu seinen Bienen, auch wenn vielleicht gar kein Behandlungsschritt ansteht.

Als konkreten Zeitbedarf müssen Sie folgende Zeiten berücksichtigen:

Im Zeitraum von Ende April bis Mitte Juni ist bei den Bienen 'Schwarmzeit'. Bei der in unseren Kursen vermittelten Betriebsweise ist in diesem Zeitraum einmal wöchentlich eine Schwarmkontrolle erforderlich. Das heißt, Sie müssen einmal wöchentlich für einen Zeitraum von wenigen Minuten je Volk zu Ihren Bienen.

Für die Entnahme des Honigs und das Schleudern sollten Sie zu Beginn Ihrer Imkerei einen halben Tag je Schleuderung einrechnen. Je nach Trachtbedingungen können 2-3 Schleuderungen je Jahr anfallen.

Außerhalb der arbeitsintensivsten Phase zwischen April und Juni müssen Sie seltener zu den Bienen. Aber auch hier sollten Sie damit rechnen, dass Sie im Schnitt einmal im Monat Maßnahmen am Bienenvolk durchführen müssen, mit einem wechselnden Zeitaufwand von wenigen Minuten bis hin zu einer Stunde je Bienenvolk. Diese Zeitangaben berücksichtigen, dass Sie zu Beginn Ihrer Bienenhaltung für jeden Arbeitsschritt noch überlegungszeiten und deutlich längere Vor- und Nachbereitungszeiten benötigen wie ein routinierter Imker.

Insgesamt sind die in unseren Kursen gezeigten Arbeitsschritte darauf angelegt, den notwendigen Zeitbedarf zu minimieren und auf das wesentliche zu reduzieren. Mit der effektiven Durchführung der Arbeitsschritte können Sie jedoch erst nach einer gewissen übungsphase von wenigen Jahren ausgehen.

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